Pressemitteilung zur Digitalen Trägerkonferenz 2020

Gerade Mütter mit Migrationshintergrund und deren Kinder benötigen in Zeiten von Corona besondere Unterstützung – sei es bei der Umstellung auf digitale Lernformen, beim Homeschooling der Kinder oder schlicht bei der Bewältigung von Alltags- und Gesundheitsfragen während der Pandemie bedingten Maßnahmen. In den vergangenen Monaten waren die 86 Kontaktstellen des ESF-Bundesprogramms „Stark im Beruf“ stets für die Mütter und ihre Familien da.
Deshalb stand die diesjährige dreitägige digitale Konferenz des erfolgreichen ESF-Programms des Bundesfamilienministeriums ganz unter dem Motto „starke Begleitung in Zeiten von Corona“, an der sich rund 160 Teilnehmende der Kontaktstellen und etwa 120 externe Gäste – meist die Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Jobcenter - beteiligt haben. Auch die Kontaktstelle Jugendförderverein Parchim/ Lübz e.V. aus Wismar hat teilgenommen.

Zum Konferenzauftakt lobte die Bundesministerin Franziska Giffey die Arbeit der „Stark im Beruf“- Kontaktstellen in ihrem Grußwort:
„Bereits 14.000 Mütter haben Sie mit „Stark im Beruf“ insgesamt begleitet. Sie sind auch in der Pandemie an der Seite der Mütter und ihrer Familien geblieben. Sie haben den Kontakt gehalten: mit Telefonberatungen, Online-Formaten und vielem mehr. Ich danke Ihnen sehr für Ihren Einsatz.“

Am ersten Tag der Konferenz diskutierten Expertinnen und Experten, wie Mütter mit Migrationshintergrund beim Einstieg in die Erwerbsarbeit und bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie während der Corona-Pandemie unterstützt werden können. Michaela Kreyenfeld, Professorin an der Hertie School of Governance, wies in ihrem Vortrag darauf hin, dass Mütter auch in der Corona-Krise die Hauptlast der Sorgearbeit tragen. Aber immer häufiger wird sie auch von Vätern übernommen. Dr. Nicole Cujai, Geschäftsführerin des Bereiches Arbeitsmarkt bei der Bundesagentur für Arbeit, gab einen Ausblick, welche ergänzenden Programme für die Zielgruppe Migrantinnen mit Kindern notwendig sind - neben den Regelangeboten der Behörde. Mit der Bundesagentur für Arbeit besteht eine strategische Partnerschaft im Rahmen des ESFBundesprogramms „Stark im Beruf“. Die Programmverantwortlichen beim Familienministerium hoben den großen Erfolg von „Stark im Beruf“ hervor: Gut ein Drittel der Mütter finden im Projektanschluss eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, machen sich selbstständig oder beginnen eine Ausbildung.

Tools der digitalen Kommunikation, Fachkräftesicherung gemeinsam mit Unternehmen, niedrigschwellige Projektansätze wie „Kinder gegen Corona“ und politische Lobbyarbeit waren u.a. am zweiten Tag Themen in verschiedenen Workshops, in denen sich jeweils nach einem ExpertenInput eine lebhafte Diskussion der Konferenzteilnehmenden anschloss.

In den ebenfalls komplett digital durchgeführten Weltencafés am dritten Tag der Konferenz standen die Projektumsetzer nun ihrerseits als Programm-Experten mit „Insider-Perspektive“ ganz im Mittelpunkt. Ziel der 8 parallel laufenden Weltencafés war der Wissensaustausch zwischen den Teilnehmenden. Die Weltencafés wurden aufgezeichnet und dienen auch als Grundlage für die programmbegleitende Evaluation, die wichtige Ergebnisse zur Programmjustierung an die Verantwortlichen liefern soll.

Mit dem Programm „Stark im Beruf – Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein“ unterstützen das Bundesfamilienministerium und der Europäische Sozialfonds Mütter mit Migrationsgrund und Fluchtgeschichte bei ihrem Weg in die Erwerbstätigkeit. Insgesamt begleiten 86 Kontaktstellen Mütter beim (Wieder-) Einstieg. Dafür erhalten sie jeweils 75 000 Euro im Jahr. Weitere Informationen zur Trägertagung findet Sie unter: www.starkimberuf.de

„Stark im Beruf – Stark im Leben“

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